Wellness für Klein und Groß in der Therme Laa

Eigentlich wollten wir Anfang September aufs „Rage Against The Machine“-Konzert nach Berlin fliegen. Aber dann sind zwei Dinge passiert: Zum einen Corona – weswegen das Konzert im Olympiastadion abgesagt wurde. Und zu anderen trat im Sommer kurz nach unserem Kurzurlaub am Millstätter See unsere Tochter in unser Leben – weshalb wir letztlich auch den fünftägigen Trip nach Berlin storniert haben. Stattdessen sind wir zwecks Wellness in die Therme Laa an der Thaya gefahren. Nicht wegen des exklusiven Silent Spa, das schon seit Längerem auf unserer To-do-List steht, sondern wegen des tollen Familienangebots. Hier unser ausnehmend gutes Resümee. Ohne Silent Spa halt.

# Hotel

Direkt an die Therme Laa angeschlossen ist ein Vier-Stern-Superior-Hotel, das sowohl punkto Ausstattung als auch punkto Service der Kategorie alle Ehre macht. Gleich bei der Ankunft erhielten wir ein Armband, das für die Dauer unseres Aufenthalts sowohl Zimmerschlüssel, Türöffner zu allen Spa-Bereichen sowie Zahlungsmittel sein sollte (jede Konsumation wird über das Armband auf die Zimmerrechnung geschrieben). Dazu gab’s noch Plastikpatscherl für die Räder des Kinderwagens sowie einen Extraschlüssel, damit wir mit dem Gefährt alle Bereiche der Wellness-Landschaft erreichen konnten.

Das Zimmer war absolut in Ordnung. Nicht übermäßig geräumig, aber mit Minibar, Badewanne und Balkon ausgestattet. Zudem stand aufgrund unserer Reservierung bereits ein fein säuberlich gemachtes Kleinkinderbett bereit.

Das kulinarische Angebot hat uns ebenfalls überzeugt. Sowohl beim Frühstücksbuffet als auch beim fünfgängigen A-la-Carte-Dinner am für uns reservierten Tisch. Suppe, Salat und Tagesspezialität holten wir uns vom Buffet, Vorspeise, Hauptgericht und Dessert wurden serviert. Auch im Restaurant hat man an Familien mit Kindern gedacht: An unserem Platz wäre ein Kinderhochstuhl gestanden; davor lagen Malunterlagen und Buntstifte auf dem Tisch bereit – und am Buffet hätte es Fischstäbchen oder andere Menüklassiker für Kids gegeben. Da unsere Kleine noch nicht einmal drei Monate alt war, war ihr das aber egal.

Und auch am Abend wurde uns im Thermenhotel Laa nicht fad. Zum einen, weil in der Hotelbar diverse Brettspiele aufliegen. Und zum anderen, weil man hier wirklich großartige Cocktails (um etwa 10 Euro) mixt. Bernhard hat überhaupt noch nie so einen perfekten Bahama Mama getrunken wie in Laa.

Die Hotelpreise liegen für diese Kategorie im Mittelfeld. Für zwei Nächte mit Halbpension zahlt man etwa 276€ pro Person (Babys übernachten kostenlos). ÖAMTC-Mitglieder kommen etwas günstiger davon: Der 10-prozentige Rabatt sowohl auf den Tagespreis als auch auf Packages muss aber bei der Reservierung geltend gemacht werden. Sämtliche Hotelleistungen sind mit der Wellcard sowie mit Gutscheinen von Vamed Vitaly World bezahlbar.

# Hoteleigene Wellness-Anlage

Wäre unsere kleine Maus nicht mit gewesen, hätten wir die öffentliche Therme vermutlich gar nicht gesehen (oder nur das Silent Spa). Denn das Wellness-Angebot des Hotels hätte uns völlig ausgereicht. Das ist zwar nicht riesig, bietet mit einem 34 Grad warmen Indoor-Becken, diversen Saunen und einem Dampfbad inklusive Tauchbecken im Freien sowie diversen Ruhebereichen und einem Thermenbistro aber alles, was man zur Erholung benötigt. Die Badetasche mit Bademänteln, Schlapfen und Handtüchern hat bei der Ankunft bereits im Hotelzimmer auf uns gewartet.

# Öffentliche Therme – für Klein und Groß

Auch wenn wir eigentlich keine Fans öffentlicher Thermen sind und normalerweise jedem Wellnesshotel den Vortritt geben, müssen wir zugeben: Die Therme Laa hat echt viel zu bieten. Vor allem eben für Familien mit Kindern. Das beginnt bei einem seichten Indoorbecken mit Wasserspielen für die ganz Kleinen und einem eigenen Outdoor-Pool für Kids. Geht über eine kleine Bühne für Kasperltheater und andere Shows. Und reicht bis zum Kinderland, wo die Jüngsten (im Beisein der Eltern) betreut spielen können.

Besonders innovativ (und deshalb sehr gefragt) ist zudem die Familienoase, in der man große Liegen, Spielzeug, einen Wickelraum sowie eine Küchenecke mit Mikrowelle vorfindet. Die Plätze in der Familienoase sind allerdings limitiert und müssen bei der Hotelrezeption oder bei der Thermenkassa rechtzeitig reserviert werden. Pro Tag kostet das um die 35 Euro. Mehr zum Thema Kind und Kegel auf Julias Mama-Blog www.wienerwuzzi.at.

Da unsere Tochter noch so klein ist, haben wir das spezielle Kinderangebot allerdings kaum genützt. Für das bisschen Babyschwimmen reichte auch der große Indoor-Pool mit 34 Grad. Dazu gibt’s in der Therme Laa noch ein Outdoor-Becken; eine wirklich leiwande Wasserrutsche, in der Bernhard einen Fabel-Geschwindigkeitsrekord aufgestellt hat; einen großzügigen Saunabereich mit Chill-out-Zone und natürlich das extra zu bezahlende Silent Spa. Ausruhen kann man sich in mehreren zwar großen, aber überraschend ruhigen Liegebereichen. Sowie im Thermenrestaurant, in dem ebenfalls mit dem Hotelarmband bezahlt wird.

# Silent Spa

Ok, zugegeben – wir waren nicht drin. Die Beschreibung im Prospekt klingt aber super. Mit Ruhezonen und Relaxoasen, In- und Outdoor-Pools, Saunen, Suiten, Restaurant und Bar handle es sich um einen exklusiven Ort der Stille, steht da. Zu den Inklusivleistungen zählen reservierte Liegen, Leihbadetasche, ein Leih-Tablet für Entertainment sowie die Nutzung der öffentlichen Therme und ein Parkplatz vor der Tür. Von 9 bis 11:30 gibt’s zudem ein „exquisites Frühstücksbuffet“, von 14:30 bis 16:30 Uhr Nachmittagskuchen. Infos über Angebote und Preise findet man hier.

# Laa an der Thaya

Der Ort selbst ist nicht wahnsinnig aufregend. Zwar soll ein Kunstpfad, der die Besucher auf dem 10-minütigen Gehweg vom Hotel ins Stadtzentrum begleitet, Aufsehen erregen. Aber wir können mit Moderner Kunst nicht viel anfangen und fanden so manche mit Kunstblut übergossene Heiligenfigur eher gruslig als originell. Im Ortszentrum gibt es ein paar Geschäfte, ein Irish Pub und ein ganz nettes Cafe am Hauptplatz. Den Bauernmarkt, der hier jeden Samstag stattfindet, haben wir wohl nicht in seiner Blütezeit erlebt. Der bestand nur aus fünf Gemüsestandln – wahrscheinlich Corona-bedingt.

Unser Resümee:

Wenn es schon eine öffentliche Therme sein muss, dann macht man mit der Therme Laa definitiv nichts falsch. Angebot, Service und Preis-Leistungsverhältnis passen. Sehr für Laa spricht außerdem, dass es von Wien mit dem Auto in etwas mehr als einer Stunde zu erreichen ist. Der Ort selber ist zwar nicht besonders aufregend, zum Sightseeing waren wir aber ohnehin nicht da.

Wein-Fans dürften natürlich die guten Weinviertel-DACs gefallen. Aber auch der Poysecco vom Weingut Hauser, den es im Thermenhotel zum Frühstück gibt, sowie der mit 2,50€ im Restaurant bzw. 1,90€ im Thermenbistro vergleichsweise günstige Hauswein waren nicht zu verachten. Wer gern Wein einkauft, hat es übrigens nicht weit in den Weinmarkt Poysdorf – der bekannte Weinort liegt nur etwa 20 Minuten mit dem Auto von Laa entfernt.

Wenn unsere Kleine wieder einmal Lust auf Wellnessen hat, kommen wir jedenfalls gerne wieder her. Und wenn die Großeltern einmal auf Püppi aufpassen möchten, fahren wir gern auch zu zweit nach Laa. Ins Silent Spa.

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