Hamburg, Berlin oder München sind bei Touristen besonders beliebt. Neben den bekannten Metropolen hat Deutschland aber auch andere interessante Städte zu bieten, die durchaus einen Trip wert sind.  Wie etwa Nürnberg.

Mit mehr als einer halben Million Einwohner ist Nürnberg die zweitgrößte Stadt Bayerns. Ein Fakt, den man durchaus vergisst, wenn man durch die malerische Altstadt mit den bezaubernden Fachwerkhäusern spaziert. Wir waren Ende April dort. 

Hier ein paar Must-sees, wenn ihr ein paar Tage dort verbringt:

#Kaiserburg

Die Kaiserburg ist nicht nur ein Wahrzeichen von Nürnberg, von der sogenannten Burgfreiung aus hat man auch einen tollen Blick über die komplette Stadt! Von der Altstadt ist die Kaiserburg in etwa 15 Gehminuten erreichbar. 

# Wunsch-Erfüller „Schöner Brunnen“

Der Hauptmarkt unterhalb der Kaiserburg ist der Mittelpunkt der Altstadt. Im Winter findet hier der berühmte Christkindlmarkt mit Zigtausenden Besuchern statt. Im Frühling sind Verkaufsstände des Wochenmarkts aufgebaut. Den „Schönen Brunnen“ direkt am Hauptmarkt kann man eigentlich gar nicht übersehen. Was die Wenigsten wissen: Das ist kein gewöhnlicher Brunnen. Denn angeblich kann er Wünsche erfüllen, wenn man drei Mal am daran befestigten goldenen Ring dreht. Die Einheimischen schwören hingegen auf den schwarzen Ring. Dieser soll Fruchtbarkeit und Kindersegen bringen.

# Die Weißgerbergasse

Während des 2. Weltkriegs wurde Nürnberg fast gänzlich dem Erdboden gleich gemacht. Mehr als 90 Prozent der Stadt wurden zerstört. Mit 22 alten Fachwerkhäusern zählt die Weißgerbergasse heute zu den am besten erhaltenen Straßen Nürnbergs, die historischen Gebäude haben die Luftangriffe überraschend gut überstanden. Zugegeben, die Weißgerbergasse ist mittlerweile ein echter Publikumsmagnet, aber eben auch wirklich sehenswert. Zudem gibt’s hier etliche Bars und Shops.

# Handwerkerhof

Gleich neben dem Bahnhof und hinter der Stadtmauer befindet sich der Handwerkerhof (Königstor, 90402 Nürnberg). Hier findet man nicht nur eine Vielzahl an kleinen Handwerker-Läden, wie etwa einen Puppenmacher, sondern auch einige typisch fränkische Restaurants. Toll, wenn man einen kurzen Stopp einlegen möchte, etwa um ein keines Bier zu genießen. Einziger Wermutstropfen: Die Fachwerkhäuser hier sind nicht echt, sondern nachgebaut.

# Nürnberger Felsengänge

Franken ist das Gebiet mit der weltweit höchsten Brauereidichte, entsprechend zu empfehlen ist auch eine Brauereiführung. Dafür haben wir uns in die „Nürnberger Felsengänge“ begeben. Diese führen durch ein unterirdisches Labyrinth, welches sich über mehrere Stockwerke unterhalb der Stadt erstreckt.

Geschichtlicher Background: Im Mittelalter konnte jeder Bier brauen und verkaufen. Die einzige Voraussetzung dafür war, dass das Haus, in dem das Bier hergestellt wird, über einen Keller verfügt. Weil das nicht so einfach möglich war, haben sich die Stadtbewohner zusammengetan und ein insgesamt 25.000 Quadratmeter großes Labyrinth an Kellergängen gebaut, das sich sogar über mehrere Stockwerke erstreckt. Die unterirdischen Gewölbe sind unglaublich stabil und haben die Bombenangriffe im Krieg nicht nur unbeschadet überstanden, sondern auch Tausenden Nürnbergern als Luftschutzbunker das Leben gerettet.

Bei der Führung im Untergrund lernt man also einiges über die Stadt, speziell über die Kriegsjahre und erhält außerdem spannende Informationen zum Thema Bier. Wie etwa diese: Das mittlerweile als „Judenkreuz“ bekannte Symbol kennzeichnete früher micht etwa ein Haus, in dem Juden gewohnt haben, sondern zeigte bloß, dass in dem Gebäude ein Braumeister heimisch war.

Die Führung dauert etwa 45 Minuten. Danach gibt es noch in der Hausbrauerei Altstadthof zwei Biere zum Testen. 

# Am Weg mitnehmen: Albrecht-Dürer-Haus, Henkersteg und Kettensteg

Das Albrecht-Dürer-Haus – jenes Haus, in dem der Künstler Albrecht Dürer wohnte und arbeitete – sollte man bei einem Nürnberg-Besuch zumindest von außen angesehen haben. Ebenso sollte man zum Kettensteg gehen. Dieser ist Deutschlands älteste frei schwebende Hängebrücke. Und auch der Henkersteg – eine überdachte Holzbrücke über die Pegnitz – ist einen Abstecher wert. Der Steg führt zum Henkerturm – dem Eingang zum Henkerhaus, in dem einst der städtische Henker wohnte und in dessen Obergeschoß eine Ausstellung zum Thema eingerichtet ist.

# Relaxen auf der Insel Schütt

Auf der kleinen Insel in der Pegnitz kann man mitten in der Stadt prima entspannen. Im Sommer lassen die Nürnberger hier gern die Füße im Fluss baumeln. Und ist es weniger warm, empfiehlt sich ein Spaziergang am malerischen Ufer entlang. Von Mai bis Juli verwandelt sich der Großteil in einen Stadtstrand, mit Sand, Liegestühlen und Strandkörben. Letzteres haben wir aber nicht selbst erlebt, sondern von Freunden gehört.

# Kulinarik

Rostbratwürstel: Die Nürnberger Rostbratwurst ist weltbekannt. An kleinen Ständen auf der Straße werden oft drei Stück in einem Brötchen serviert. Das heißt „Drei im Weggla“ und dazu gibt es Senf.

Schäufele: Ein „Schäufele“ – so nennt sich der fränkische Braten – sollte man (zumindest als Nicht-Vegetarier) in Nürnberg probiert haben. Es stammt aus der Schweineschulter und wird komplett mit Knochen (Schulterblatt) und Fettschwarte serviert. Übrigens: Das fränkische Schäufele hat sogar einen eigenen „Fanclub“, der sich für den Erhalt des Schäufeles einsetzt und es als Leibgericht auf seiner Webseite feiert. Selbstverständlich ist auch der Schweinebraten auf vielen Speisekarten der Stadt zu finden.

Nürnberger Lebkuchen: Die Nürnberger-Lebkuchen werden nach einem Geheimrezept hergestellt, welches u.a. Nüsse, Nelken, Muskat und Zimt beinhaltet. Dadurch, dass die Stadt im Mittelalter ein großer Warenumschlagplatz war, fanden die Gewürze ihren Weg in die City.

Rotbier: Unser Tipp: Die für Nürnberg typische Biervariante unbedingt probieren. Für die Herstellung wird das Malz speziell geröstet, das gibt dem Bier seinen charakteristischen Geschmack. 

Frankenwein: Wer allerdings denkt, der Franke trinkt ausschließlich Bier, der irrt – und zwar gewaltig. Die fränkische Weinkultur hat mit einer über 1200-jährigen Geschichte eine große Tradition. Schon Goethe wusste den Frankenwein zu schätzen und ließ ihn sich flaschenweise liefern. Besonders beliebt sind Silvaner, Riesling und Müller-Thurgau – traditionell abgefüllt im typischen fränkischen Bocksbeutel (wie die birnenförmige Weinflasche genannt wird).

Und natürlich auch unbedingt einmal eine Brezn essen!

Lokaltipp:

Wirklich zu empfehlen ist das Restaurant „Zum Guldenen Stern“ (Zirkelschmiedsgasse 26, 90402 Nürnberg). Es ist die älteste Bratwurstküche der Welt und nicht nur eine urige, sondern vor allem wirklich auch gemütliche Gaststätte.

Unser Hotel-Tipp für Nürnberg

Wir haben im „Best Western Hotel Nürnberg am Hauptbahnhof“ übernachtet. Das Hotel ist vergleichsweise kostengünstig und sehr zentral gelegen. Besonders zu erwähnen, sind die absolut netten Mitarbeiter an der Rezeption – und die Gummibären zur freien Entnahme sowie zwei kostenlose Flaschen Bier in der Minibar am Zimmer.

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