Start Featured Action in Schladming: Vom Dachstein zu den Murmeltieren

Action in Schladming: Vom Dachstein zu den Murmeltieren

0
Action in Schladming: Vom Dachstein zu den Murmeltieren

Wir haben eine Woche Urlaub in Österreich gemacht. Nach einem Kurztrip nach Graz führte uns unsere Tour an die Südsteirische Weinstraße und weiter nach Schladming. Den Schlusspunkt setzte schließlich ein Romantikdate im Steirereck am Pogusch. Von den Kalorien, die wir bei Wirten, Winzern und Buschenschanken in der Südsteiermark zu uns genommen hatten, haben wir beim Wandern in der Dachstein-Region gleich wieder einige verbrannt. Einer unserer Wege führte uns sogar zu Murmeltieren. Hier unsere persönlichen Highlights.

# Sommercard

Natürlich ist Schladming in erster Linie als Skisportort bekannt. Der Nachtslalom auf der Planai und die Pisten der Region ziehen jährlich Zigtausende Touristen an. Um die Region aber auch in den warmen Monaten attraktiv zu machen, wurde die sogenannte Sommercard etabliert. Man erhält sie ab einer Übernachtung bei mehr als 1.000 Gastgebern. Und das zahlt sich wirklich aus. Mit der Sommercard erhält man nämlich freien Eintritt zu mehr als 100 Freizeitaktivitäten in der Region und bis zu 50 Prozent Ermäßigung bei 100 weiteren Partnerbetrieben. Pro Tag kann man eine Bergbahn nach Wahl gratis benützen. Das haben wir natürlich ausgenutzt.

In Rohrmoos fuhren wir mit der Gipfelbahn etwa auf die Hochwurzen – um vom Gipfel in 1852 Meter Höhe mit dem Mountain Go-Kart auf einer 7 Kilometer langen Schotterpiste wieder ins Tal zu rasen. (Bernhard ist gerast und kam als glorreicher Vierter ins Ziel, Julia rollte das Starterfeld eher gemütlich von hinten auf.) Mit der Sommercard kostet das etwa 15-minütige Vergnügen 17 Euro pro Person. Und es zahlt sich wirklich aus.

Ein absolutes Highlight war unser Ausflug auf den Dachstein. Die Benützung der mautpflichtigen Zufahrtstraße sowie die Berg- und die Talfahrt mit der Panorama-Gondel sind mit der Sommercard (ab einem Mindestaufenthalt von zwei Nächten) zwar kostenlos. Wegen des regen Andrangs sollte man sich im Vorfeld aber unbedingt anmelden. Oben angekommen, gilt die Sommercard zwar nicht mehr. Den Skywalk in 2700 Meter Höhe kann man aber ohnehin gratis benützen. Dort steht man auf einer Glasfläche über der 250 Meter steil abfallenden Wand des Hunerkogels und genießt den Ausblick über die gesamte Region.

Der Zugang zur Hängebrücke, zur Treppe ins Nichts und zum Eispalast, in dem diverse Eisskulpturen zu besichtigen sind, kostet 10 Euro zusätzlich. Eine Investition, dier sich unserer Meinung definitiv auszahlt. Überhaupt wenn man mit spektakulären Selfies auf Instagram angeben will. 😉 Vor der Treppe ins Nichts – einer kleinen Aussichtsplattform, die man allein oder in kleinen Gruppen betreten kann – muss man deshalb mitunter eine Wartezeit einrechnen. Hier stellen sich insbesondere an Wochenenden viele Besucher an. Den Eispalast fanden wir persönlich eher fad.

Dafür war der Spaziergang durch den Schnee im Anschluss ein besonderes Erlebnis. Wander-Fans finden auf dem Dachstein eine Reihe von Routen und Klettersteigen vor. Wir haben uns für einen vergleichsweise einfachen Wanderweg entschieden: In etwas einer Dreiviertelstunde haben wir den 2734 Kleinen Gjaidstein erklommen. Bernhard kam sich auf den felsigen Kletterparts phasenweise wie der junge Reinhold Messner vor.

Im Gletscherrestaurant bei der Bergstation der Gondelbahn gibt es übrigens den angeblich weltbesten Kaiserschmarrn. Und noch eine Besonderheit hält der Dachstein bereit: Wer wie wir das Glück hat, zu den ersten zu gehören, die in die Gondel einsteigen, kann auf deren Dach open air auf den Gipfel oder ins Tal fahren.

Einen Ausflug wert ist auch die Planai. Der Schladminger Hausberg ist Ausgangspunkt diverser Wanderrouten, aber auch bei Paragleitern und vor allem bei Mountainbikern besonders beliebt. (Für Letztere sind in der Seilbahn eigene 10er-Gondeln reserviert.) Wir haben uns hier für den einfachen Panoramarundweg rund um den Gipfel entschieden. Entlang der Strecke genießt man einen fantastischen Ausblick auf die Schladminger Tauern. Zudem kann man am Ort der Besinnung – einer begehbaren Holzskulptur an einem malerischen Bergsee – die Seele baumeln lassen. Und wer Kinder hat, wird am Hopsiland, dem höchst gelegenen Spielplatz der Steiermark, wahrscheinlich nicht vorbeikommen. Sollte die Natur rufen, empfehlen wir einen Abstecher zur Sky Toilet neben der Märchenwiesenbahn. Dort kann man während des Klogangs durch einseitig transparente Scheiben die alpine Umgebung bewundern.

Mountainbiker finden auf der Planai wie gesagt ebenfalls ein Paradies vor. Mit der Gondel erreichen sie den relativ neuen Bikepark Schladming, der auf einer Gesamtlänge von 35 Kilometern sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene diverse Trails bereit hält. In der Parkgarage der Planai-Bahn können Biker zudem kostenlos campieren.

Außer Betrieb war während unseres Aufenthalts leider der Rittisberg-Coaster, eine 1330 Meter lange Sommerrodelbahn in Ramsau. Und auch die Schladminger Brauerei, in der man um 8 Euro eine etwa 90-minütige Brauereiführung buchen könnte, war Corona-bedingt für Besucher nicht geöffnet. Für die Zipline Stoderzinken, auf der man mit bis zu 115 km/h 2,5 Kilometer ins Tal rutschen kann, fehlte uns die Zeit.

# Murmeltiere

Kostenlos, aber defintiv nicht umsonst, ist eine Wanderung auf die Bachlalm bei Filzmoos in Salzburg. Am Westhang des Dachsteins tummeln sich dort Murmeltiere, die Wanderer gewohnt sind und sich von ihnen füttern und sogar streicheln lassen. Bernhard musste deshalb im Rucksack ein Kilo Karotten mit auf den Berg schleppen. (Und ja, wir wissen, dass man Wildtiere eigentlich nicht füttern soll. Jäger betonen das gern. Aber wir finden füttern besser als jagen.)

Wer die Murmeltiere sehen und gegebenenfalls füttern will, sollte nur früh dran sein. In den Morgenstunden, wenn noch nicht viele Leute da sind, hat man größere Chancen, den Nagern zu begegnen. Für den etwa drei Kilometer langen Weg auf den Berg haben wir zirka eine Dreiviertelstunde gebraucht. Wer das nicht möchte, kann sich aber auch mit einem Shuttle auf die Alm bringen lassen.

# Wellness

Ein Glücksgriff war unsere Hotelauswahl. Für die drei Nächte in Schladming sind wir im Vier-Stern-Hotel Schütterhof abgestiegen, das wir reinen Gewissens weiterempfehlen können. Zum einen wegen des umfassenden Angebots, zu dem etwa der riesige Wellness-Bereich mit Infinitypool, sechs Saunen sowie Massage- und Beautyabteilung gehört. Wer öffentlich anreist, kann sich im Schütterhof eBikes und sogar eCars ausborgen. Und für Indoor-Unterhaltung stehen Billiard-, Tischtennis- und Wuzzeltische bereit.

Die sogenannte Dreiviertel-Genießer-Pension beinhaltet hier Frühstück, einen Mittags- sowie einen Nachmittagssnack und das Abendessen. Punkto Qualität gibt’s auch punkto Kulinarik nichts zu meckern.

Vom Restaurant, von der Sonnenterrasse, von den Liegewiesen und den Panoramasaunen genießt man überdies einen tollen Ausblick auf Schladming, Dachstein und Co. Dazu kommt ein überaus freundliches und professionelles Personal. Punkto Service blieben bei uns keine Wünsche offen. 100 Euro der Hotelrechnung können übrigens mit der Wellcard bezahlt werden.

In diesem Sinne: Glück auf & viel Spaß bei den Murmeltieren!

Weitere Eindrücke: